Ein Firmenwagen, der über Nacht auf dem Betriebshof steht, braucht eine andere Lösung als Kundenfahrzeuge mit kurzer Aufenthaltsdauer. Auch Mitarbeiter, Poolfahrzeuge, Lieferwagen und Dienstwagen unterscheiden sich bei Fahrleistung und Standzeit. Für die Planung sollten die Nutzergruppen getrennt betrachtet werden.
Wichtige Fragen sind:
Aus Standzeit und benötigter Energiemenge ergibt sich die erforderliche Ladeleistung. Ein Fahrzeug, das acht Stunden parkt, muss nicht zwingend mit der höchstmöglichen AC-Leistung laden. Eine bedarfsgerechte Auslegung kann Anschlussleistung und Investition begrenzen, ohne den Betrieb einzuschränken.
Vor der Auswahl der Wallboxen müssen folgende Punkte geprüft werden:
Mehrere Ladepunkte können zusammen eine hohe Anschlussleistung erreichen. Gleichzeitig bestehen im Betrieb bereits andere Lasten, etwa Maschinen, Lüftung, Kühlung oder Beleuchtung.
Eine reine Addition der maximalen Wallbox-Leistungen führt deshalb häufig zu einer überdimensionierten Planung. Entscheidend ist, wie viel Leistung gleichzeitig gebraucht wird und wie sie gesteuert werden kann.
Ein Lastmanagement begrenzt und verteilt die Ladeleistung auf mehrere Fahrzeuge. Es kann statisch mit einem festen Leistungsbudget oder dynamisch unter Berücksichtigung des aktuellen Gebäudeverbrauchs arbeiten. Dadurch lässt sich der vorhandene Netzanschluss besser nutzen.
Die Prioritäten müssen zum Betrieb passen. Ein Einsatzfahrzeug kann beispielsweise bevorzugt laden, während Mitarbeiterfahrzeuge ihre Energie über den Arbeitstag verteilt erhalten. Je nach System können auch folgende Punkte berücksichtigt werden:
Nicht jeder Ladepunkt muss öffentlich nutzbar sein. Unternehmen können Ladepunkte für verschiedene Nutzergruppen einsetzen:
Davon hängen Freischaltung, Nutzerverwaltung und Erfassung der Ladevorgänge ab.
Für interne Flotten kann eine einfache Zuordnung genügen.
Werden Stromkosten einzelnen Nutzern berechnet, steigen die Anforderungen an Messung, Vertragsmodell, Datenschutz und Abrechnung. Diese Punkte gehören vor der Produktauswahl in das Pflichtenheft.
Stand: 16. Juli 2026.
Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz, kurz GEIG, enthält Vorgaben für Ladepunkte und vorbereitende Leitungsinfrastruktur an Wohn- und Nichtwohngebäuden.
Nach dem derzeit geltenden Recht gelten für Nichtwohngebäude unter anderem folgende Grundregeln:
Das GEIG ist derzeit nicht auf Nichtwohngebäude anzuwenden, die sich im Eigentum kleiner oder mittlerer Unternehmen befinden und überwiegend von diesen selbst genutzt werden. Weitere Ausnahmen können sich unter anderem aus den Kosten einer größeren Renovierung und der konkreten Zuordnung der Stellplätze ergeben.
Der Bundestag hat am 10. Juli 2026 eine Änderung des GEIG beschlossen. Das Gesetz hat am selben Tag den Bundesrat passiert. Ausstehend sind die Ausfertigung und die Verkündung im Bundesgesetzblatt.
Die neuen Vorgaben sind zum angegebenen Stand noch nicht in Kraft. Der beschlossene Gesetzestext sieht unter anderem folgende Änderungen vor:
Die GEIG-Änderungen treten nach dem beschlossenen Gesetzestext am ersten Tag des sechsten Kalendermonats nach der Verkündung in Kraft. Das genaue Datum steht daher erst mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt fest. (Bundesratsdrucksache 409/26)
Die dargestellten aktuellen und bereits beschlossenen künftigen Anforderungen ersetzen keine Prüfung des konkreten Gebäudes. Maßgeblich sind der jeweils geltende Gesetzestext, die Nutzung, die Eigentumsverhältnisse, die Lage der Stellplätze und mögliche Ausnahmen.
Seit dem 1. Januar 2024 fallen neue, nicht öffentlich zugängliche Ladeeinrichtungen im Niederspannungsnetz mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 Kilowatt grundsätzlich unter die Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG.
Öffentlich zugängliche Ladepunkte im Sinne der Ladesäulenverordnung sind von diesen Regelungen nicht umfasst.
Bei einer konkreten Überlastung des lokalen Stromnetzes darf der Netzbetreiber den Leistungsbezug einer betroffenen Anlage vorübergehend begrenzen. Bei einer Direktansteuerung muss grundsätzlich eine Mindestleistung von 4,2 Kilowatt verfügbar bleiben. Für die Planung bedeutet das:
Ladeeinrichtungen müssen vor ihrer Inbetriebnahme beim zuständigen Netzbetreiber gemeldet werden. (Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen)
Eine Photovoltaikanlage kann Ladeenergie direkt am Standort bereitstellen. Besonders interessant ist das, wenn Fahrzeuge tagsüber lange parken. Der Solarstrom steht jedoch nicht konstant zur Verfügung. Ladebedarf, Wetter, Gebäudeverbrauch und Anlagenleistung verändern sich.
Ein Energiemanagement kann Ladepunkte, PV-Erzeugung und weitere Verbraucher koordinieren. Ob zusätzlich ein Speicher sinnvoll ist, hängt vom zeitlichen Überschuss und späteren Bedarf ab. Eine pauschale Aussage ist ohne Last- und Fahrprofile nicht belastbar.
Bei Erdarbeiten oder Parkplatzumbauten sollten nicht nur die ersten Wallboxen betrachtet werden.
Folgende Reserven können spätere Erweiterungen deutlich vereinfachen:
Die aktive Technik kann anschließend stufenweise ergänzt werden. Auch die Position der Ladepunkte ist praktisch relevant. Dabei sollten unter anderem berücksichtigt werden:
Häufige Fehler sind:
Eine strukturierte Planung umfasst in der Regel folgende Schritte:
Ladeinfrastruktur, Photovoltaik, Zählerschrank und Elektroinstallation sollten als zusammenhängendes System betrachtet werden. Wir prüfen, welche Anschlussleistung vorhanden ist, wie viele Ladepunkte benötigt werden und welche Reserven für spätere Erweiterungen sinnvoll sind.
Mehr zur Verbindung von PV-Anlage, Speicher und Wallbox finden Sie unter Photovoltaik.
Informationen zu Verteilung, Zählerschrank und Leitungswegen finden Sie unter Elektroinstallation.
Lager- und Gewerbehallen bieten häufig zusammenhängende Dachflächen, auf denen sich größere Photovoltaikanlagen planen lassen. Gleichzeitig verbrauchen viele Betriebe tagsüber Strom für:
Diese zeitliche Überschneidung kann einen hohen direkten Verbrauch des erzeugten Solarstroms ermöglichen.
Wie hoch der Eigenverbrauch tatsächlich ausfällt, muss aus den Lastdaten des konkreten Betriebs abgeleitet werden. Die Planung sollte deshalb nicht mit der Frage beginnen, wie viele Module auf das Dach passen. Zuerst wird geklärt, wann und in welcher Höhe der Betrieb Strom benötigt. Danach lässt sich entscheiden, welche Anlagengröße, Einspeiseform und technische Auslegung sinnvoll sind.
Der Jahresverbrauch zeigt nur die gesamte Strommenge. Für die Auslegung einer gewerblichen PV-Anlage ist der zeitliche Verlauf entscheidend. Ein Betrieb mit gleichmäßigem Tagesverbrauch kann Solarstrom anders nutzen als eine Lagerhalle, die überwiegend nachts betrieben wird oder nur geringe Grundlasten hat. Geeignete Messdaten zeigen:
Daraus ergeben sich drei zentrale Fragen:
Ein Batteriespeicher kann Solarstrom aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt bereitstellen. Er ist jedoch nicht automatisch die wirtschaftlich beste Ergänzung für jede Lagerhalle. Sinnvoll ist eine Prüfung vor allem dann, wenn regelmäßig Erzeugungsüberschüsse entstehen und später am Tag ein entsprechender Verbrauch folgt.
Für die Auslegung müssen unter anderem berücksichtigt werden:
Die Speichergröße sollte aus dem Lastprofil abgeleitet werden. Eine pauschale Dimensionierung nach der Leistung der Photovoltaikanlage ist nicht belastbar.
Bei einer Lagerhalle beeinflussen Dachaufbau und Gebäudekonstruktion die gesamte Planung. Das gilt für Flachdächer ebenso wie für geneigte Hallendächer.
Vor einer Belegung müssen mindestens folgende Punkte geprüft werden:
Steht in wenigen Jahren eine Dachsanierung an, sollte sie vor oder zusammen mit der PV-Anlage geplant werden. Eine spätere Demontage und erneute Montage verursacht zusätzlichen Aufwand.
Eine Hallenfläche kann nicht vollständig mit Modulen belegt werden. Lichtkuppeln, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Lüftungsöffnungen, Dachausstiege und Wartungsbereiche müssen zugänglich bleiben.
Auch Abstände und freie Wege können notwendig sein, damit:
Diese Bereiche sollten bereits in der Belegungsplanung berücksichtigt werden.
Große Dachflächen führen nicht automatisch zu einfachen Leitungswegen. Gleichstromleitungen vom Dach, Wechselrichterstandorte, Kabeltrassen, Unterverteilungen und der Netzanschlusspunkt müssen aufeinander abgestimmt werden. Lange oder ungünstige Wege erhöhen den Installationsaufwand und können Anpassungen an der elektrischen Anlage erforderlich machen.
Wechselrichter brauchen einen geeigneten Standort mit:
Bei mehreren Hallen oder Gebäudeteilen kann eine aufgeteilte Anlagenstruktur sinnvoll sein. Welche Variante passt, richtet sich nach Dachflächen, Netzstruktur und Nutzung.
Eine Photovoltaikanlage muss vor dem Anschluss mit dem zuständigen Netzbetreiber abgestimmt werden. Dafür sind ein Netzanschlussbegehren und die erforderlichen technischen Angaben notwendig. Bei größeren Hallenanlagen sollte die mögliche Anschlussleistung früh geprüft werden, bevor die endgültige Auslegung feststeht. Dadurch lässt sich vermeiden, dass eine Anlage geplant wird, deren Leistung am vorgesehenen Netzanschlusspunkt nicht ohne weitere Maßnahmen aufgenommen werden kann.
Nach der Inbetriebnahme muss die Anlage innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister registriert werden.
Vor Projektbeginn sollte eindeutig feststehen:
Stand: 16. Juli 2026. Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine technische, statische oder netzseitige Prüfung des konkreten Vorhabens. Maßgeblich sind die aktuellen Vorgaben des Marktstammdatenregisters und des zuständigen Netzbetreibers.
Solarstrom kann direkt im Betrieb genutzt oder als Überschuss ins Netz eingespeist werden. Welche Lösung sinnvoll ist, richtet sich nach der Anlagengröße, dem Verbrauch und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für eine belastbare Kalkulation müssen gemeinsam betrachtet werden:
Pauschale Aussagen zur Rendite sind ohne konkrete Daten nicht belastbar.
Firmenfahrzeuge, Lieferfahrzeuge oder Autos von Mitarbeitern können den Eigenverbrauch erhöhen, wenn sie während der Solarerzeugung geladen werden. Dafür müssen Ladezeiten, Standdauer, tägliche Fahrleistung und verfügbare Anschlussleistung zusammenpassen. Ein Lastmanagement kann die Ladeleistung verteilen und verhindern, dass alle Ladepunkte gleichzeitig die maximale Leistung abrufen.
Die Ladeinfrastruktur sollte nicht erst nach Fertigstellung der PV-Anlage betrachtet werden. Zählung, Datenverbindung, Leitungswege und Reserven lassen sich in einer gemeinsamen Planung besser berücksichtigen.
Häufige Planungsfehler sind:
Für eine erste Einschätzung sind folgende Informationen nützlich:
Je vollständiger diese Angaben sind, desto belastbarer lässt sich die Anlage planen.
Wir planen und installieren Photovoltaikanlagen für Gewerbebetriebe und Hallen. Dabei berücksichtigen wir unter anderem Tagesverbrauch, Lastspitzen, Netzanschluss, Leitungswege, Unterverteilungen und den vorhandenen Dachaufbau. Die Tragfähigkeit des Gebäudes muss vor der Installation fachlich geprüft sein. Auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, welche Anlagengröße technisch realistisch ist und wie die Anlage in den Betrieb eingebunden werden kann.
Mehr zur Planung finden Sie unter unseren Leistungen im Bereich Photovoltaik.
WLAN ist für Smartphones, Tablets und mobile Geräte unverzichtbar. Stationäre Geräte profitieren dagegen häufig von einer festen Netzwerkverbindung. Dazu gehören beispielsweise:
Eine kabelgebundene Verbindung wird durch Wände und Decken nicht gedämpft. WLAN ergänzt diese Verkabelung, ersetzt sie aber nicht vollständig. Im Neubau ist es deshalb sinnvoll, die tragende Infrastruktur kabelgebunden aufzubauen und Funk dort einzusetzen, wo Beweglichkeit gebraucht wird.
Die Netzwerkleitungen sollten sternförmig an einem zentralen Punkt zusammenlaufen. Dort sitzen je nach Anlage:
Der Standort muss zugänglich, trocken und ausreichend belüftet sein. Ein enger, warmer oder schwer erreichbarer Hohlraum ist für aktive Netzwerktechnik ungeeignet. Auch der Hausanschluss und der Übergabepunkt des Internetanbieters sollten bei der Planung berücksichtigt werden. Lange provisorische Verbindungskabel zwischen Glasfaseranschluss, Router und Netzwerkverteiler lassen sich vermeiden, wenn die Positionen früh abgestimmt werden.
Die Anzahl der Dosen richtet sich nicht nur nach dem aktuellen Gerätebestand. Räume ändern ihre Nutzung, Arbeitsplätze wandern und technische Systeme kommen hinzu. Eine Reserve an geeigneten Stellen ist im Rohbau deutlich einfacher als eine Nachrüstung im fertigen Haus. Sinnvolle Positionen sind unter anderem:
Mehrere Anschlüsse an einem Medienplatz sind häufig sinnvoller als eine einzelne Dose mit einem später ergänzten Kleinswitch.
Wie viele Leitungen tatsächlich benötigt werden, richtet sich nach dem Grundriss und dem Nutzungskonzept.
Ein Access Point stellt das WLAN bereit und wird idealerweise über eine feste Netzwerkleitung angebunden. Bei mehreren Etagen oder stark abschirmenden Bauteilen sind mehrere sinnvoll platzierte Access Points oft verlässlicher als ein einzelner Router in einer Gebäudeecke.
Die Positionen sollten sich an folgenden Punkten orientieren:
Access Points gehören nicht ungeprüft in einen geschlossenen Metallschrank oder hinter massive Einbauten. Eine freie und möglichst zentrale Position ist häufig günstiger, muss aber immer zum Gebäude passen.
Mesh-Systeme können Funklücken schließen. Sie sind jedoch nicht automatisch die beste Lösung für einen Neubau.
Werden mehrere Zugangspunkte ausschließlich drahtlos miteinander verbunden, beansprucht die interne Verbindung einen Teil der verfügbaren Funkkapazität. Eine kabelgebundene Anbindung der Access Points ist in vielen Fällen stabiler und besser planbar.
Da die Leitungen im Neubau ohne große Eingriffe vorgesehen werden können, sollte diese Möglichkeit von Anfang an genutzt werden.
Viele Access Points, Kameras und andere Netzwerkgeräte lassen sich über Power over Ethernet mit Strom versorgen. Dabei überträgt die Netzwerkleitung sowohl Daten als auch elektrische Leistung. Am Montageort wird dann keine zusätzliche Steckdose benötigt, sofern das eingesetzte Gerät und der Switch dieselbe PoE-Variante unterstützen.
PoE ist besonders praktisch für:
Nicht jede Komponente unterstützt jede Leistungsstufe. Switch, Leitungen und Endgeräte müssen deshalb gemeinsam ausgewählt werden.
Der Technikbedarf eines Hauses lässt sich nicht für Jahrzehnte vorhersagen. Deshalb sind zugängliche Leitungswege, Reserveplätze im Netzwerkschrank und zusätzliche Leerrohre besonders wertvoll. Sie ermöglichen spätere Leitungen, ohne fertige Wände erneut zu öffnen. Reserven sind vor allem sinnvoll zwischen:
Welche Wege vorgesehen werden, sollte zusammen mit Elektro-, Gebäude- und Netzwerktechnik geplant werden.
Ein technisch gut aufgebautes WLAN bleibt unsicher, wenn Standardpasswörter unverändert bleiben oder Updates ausbleiben. Zur Grundkonfiguration gehören:
Für Besucher oder fremde Geräte ist ein separates Netz sinnvoll. So erhalten diese keinen direkten Zugriff auf private Daten, Netzwerkspeicher oder Gebäudetechnik. Auch vernetzte Haustechnik sollte nicht ohne Konzept mit allen privaten Geräten im selben Netzwerk betrieben werden.
Häufige Fehler entstehen nicht bei der Montage, sondern bereits in der Planung:
Netzwerk, Türkommunikation, Smart Home, Photovoltaik, Wallbox und Heiztechnik können technische Schnittstellen haben. Das bedeutet nicht, dass jedes Gerät zwingend mit dem Heimnetz verbunden werden muss. Es bedeutet, dass Leitungswege, Verteilungen und Anschlusspunkte gemeinsam betrachtet werden sollten.
Wir planen Datenleitungen, Netzwerkdosen und die Elektroinstallation als zusammenhängende Infrastruktur. Im Neubau sollte diese Abstimmung vor der Festlegung der Leitungswege und vor dem Innenausbau erfolgen.
Unsere Leistungen für eine vernetzte Elektroinstallation finden Sie unter Gebäudetechnik.
KNX-Geräte werden nicht wie klassische Schalter ausschließlich über feste Verdrahtungen miteinander verbunden. Die Elektroinstallation stellt die Versorgung und Busverbindung bereit. In der Software ETS wird anschließend festgelegt, welche Geräte miteinander kommunizieren und wie sie auf Eingaben reagieren.
Ein Taster kann dadurch nicht nur eine einzelne Leuchte schalten. Je nach Planung kann er eine Lichtgruppe dimmen, eine Szene auslösen, die Beschattung steuern oder eine Zentralfunktion aktivieren.
Welche Aufgaben tatsächlich möglich sind, richtet sich nach den verbauten Geräten, der Leitungsstruktur und der vorgesehenen Anlage. Die Programmierung ersetzt keine fehlende Hardware.
Eine stabile KNX-Anlage entsteht nicht durch möglichst viele Funktionen. Sie beginnt mit einer eindeutigen Beschreibung des gewünschten Verhaltens. Für jeden Raum sollte feststehen, welche Bedienung im Alltag gebraucht wird, welche Automatik sinnvoll ist und was bei einer manuellen Übersteuerung passieren soll. Dabei sollten unter anderem folgende Fragen geklärt werden:
Erst wenn diese Punkte feststehen, lassen sich Geräteparameter und Gruppenadressen sinnvoll aufbauen.
Gruppenadressen bilden die logischen Verbindungen zwischen den Geräten. Ein Präsenzmelder sendet beispielsweise eine Information, die ein Schalt- oder Dimmaktor verarbeitet.
Funktioniert diese Zuordnung nicht eindeutig, entstehen Fehler, die im Alltag schwer einzuordnen sind. Eine Leuchte reagiert auf den falschen Taster, eine Rückmeldung fehlt oder eine Zentralfunktion erfasst nicht alle vorgesehenen Räume.
Saubere Namen sind deshalb keine kosmetische Frage. Bezeichnungen wie „Erdgeschoss – Küche – Deckenlicht – Schalten“ sind später verständlicher als eine unsystematische Liste aus Nummern und Abkürzungen.
Eine klare Struktur erleichtert:
Komfortfunktionen wirken einfach, bestehen technisch aber häufig aus mehreren Bedingungen. Eine Beschattungsautomatik kann Sonnenstand, Uhrzeit, Raumtemperatur, Windmeldung und manuelle Bedienung berücksichtigen. Eine Lichtszene kann mehrere Dimmwerte und Leuchtengruppen verbinden.
Je mehr Regeln zusammenkommen, desto wichtiger werden eindeutige Prioritäten und verständliche Ausnahmen. Eine durchdachte KNX-Programmierung beantwortet deshalb auch Grenzfälle:
Solche Punkte lassen sich nicht pauschal festlegen. Sie müssen zum Gebäude und zur tatsächlichen Nutzung passen.
Nach der Parametrierung werden die Projektdaten auf die Geräte geladen. Damit ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen. Jede Funktion sollte unter realen Bedingungen geprüft werden. Dazu gehören:
Bei der Fehlersuche helfen Diagnosefunktionen innerhalb der ETS. Sie zeigen, welche Informationen auf dem KNX-Bus übertragen werden und ob ein Gerät die erwarteten Werte sendet. Dadurch lässt sich unterscheiden, ob ein Fehler aus der Programmierung, einem Gerät, einer Verbindung oder einer anderen Systemkomponente stammt.
KNX wird häufig gewählt, weil sich eine Anlage später anpassen oder erweitern lässt. Das funktioniert zuverlässig, wenn die aktuelle Projektdatei, die Gerätezuordnung und die Funktionsbeschreibung vorhanden sind. Ohne gepflegte Unterlagen wird selbst eine kleine Änderung unnötig aufwendig. Im schlimmsten Fall muss ein Fachbetrieb zunächst rekonstruieren, wie die Anlage aufgebaut wurde.
Für spätere Änderungen sollten mindestens folgende Unterlagen und Informationen gesichert sein:
Gerade bei KNX Secure müssen Passwörter und Schlüssel geschützt verwaltet werden.
Eine gut programmierte KNX-Anlage lässt sich nicht allein an der Zahl ihrer Funktionen erkennen. Entscheidend ist, ob sie im Alltag zuverlässig und verständlich arbeitet.
Typische Merkmale sind:
Im Neubau lassen sich Leitungswege, Verteilungen, Sensoren und Reserven von Anfang an auf die gewünschte Gebäudesteuerung abstimmen.
Bei einer Sanierung oder Erweiterung prüfen wir zunächst:
Der sinnvolle Umfang ergibt sich aus dem Gebäude und seiner Nutzung. Eine klare Licht- und Beschattungssteuerung bringt im Alltag häufig mehr als eine lange Liste schlecht abgestimmter Einzelautomatiken.
Mehr zu Planung, Installation und Nachrüstung finden Sie unter unseren Leistungen im Bereich Gebäudetechnik.